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Kinder- und Jugendrheumatologie

Unser Rheumazentrum Rheinland-Pfalz ist eines der wenigen spezialisierten Zentren für Kinder- und Jugendrheumatologie in Deutschland.

Kinder- und Jugendrheumatologie in Rheinland-Pfalz

Kompetenz für rheumatische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

 

Rheumatische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter beeinflussen das Leben oft tiefgreifend – für die jungen Patientinnen und Patienten ebenso wie für ihre Familien. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie sind entscheidend für die weitere Entwicklung und Lebensqualität.

Unser Ziel ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, gezielt zu behandeln und Familien langfristig zu begleiten. Dabei stehen wir unseren Patientinnen und Patienten mit fachlicher Expertise, Einfühlungsvermögen und einem offenen Ohr für alle Fragen zur Seite.

Unsere spezialisierte kinderrheumatologische Behandlung in Rheinland-Pfalz ermöglicht kurze Wege, verbunden mit einer verlässlichen, ganzheitlichen und kontinuierlichen Betreuung.

Was ist Kinder- und Jugendrheuma überhaupt?

  • Kinder- und Jugendrheuma bezeichnet eine Gruppe chronisch-entzündlicher Erkrankungen, die bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten können.
  • Dabei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe, insbesondere Gelenke, Muskeln oder innere Organe.
  • Eine frühzeitige Diagnostik und individuell angepasste Therapie sind entscheidend, um Beschwerden zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden.

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Erkrankungen, die wir behandeln

Die Juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste rheumatische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Sie gehört zum Formenkreis des Kinderrheumas und umfasst verschiedene Unterformen, die vor dem 16. Lebensjahr auftreten. In Deutschland sind etwa 15.000 Kinder und Jugendliche von einer juvenilen idiopathischen Arthritis oder einer anderen Form von Kinderrheuma betroffen.

Kennzeichnend für die JIA ist eine anhaltende Entzündung der Gelenke. Typische Symptome können Schmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder morgendliche Steifigkeit sein. Der Verlauf der juvenilen idiopathischen Arthritis ist im Kindesalter sehr individuell: Er reicht von einzelnen Krankheitsschüben bis hin zu chronischen Verläufen, die eine langfristige Betreuung in der Kinder- und Jugendrheumatologie erfordern und in manchen Fällen bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben.

Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie sind entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden und die Lebensqualität der betroffenen Kinder nachhaltig zu verbessern.

Kollagenosen sind eine Gruppe seltener, aber zum Teil schwerer Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigenes Bindegewebe (Kollagen) richtet. Sie zählen zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und betreffen häufig mehrere Organsysteme.

Zu den wichtigsten Kollagenosen im Kindes- und Jugendalter gehören der Systemischer Lupus erythematodes, die Sklerodermie, das Sjögren-Syndrom sowie die Juvenile Dermatomyositis.

Da Kollagenosen systemische Erkrankungen sind, können neben Haut und Gelenken auch innere Organe wie Herz, Lunge oder Nieren betroffen sein. Unbehandelt können sie einen schweren Verlauf nehmen. Dank moderner immunsuppressiver und immunmodulierender Therapien lassen sich diese Erkrankungen heute jedoch in vielen Fällen gut kontrollieren. Eine frühzeitige Diagnose und eine spezialisierte kinder- und jugendrheumatologische Betreuung sind dabei entscheidend.

Vaskulitiden sind entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße. Sie können sowohl kleine als auch mittelgroße oder große Gefäße betreffen und treten in unterschiedlichen Formen auf. Je nach Art und Größe der befallenen Gefäße können verschiedene Organe und Körperregionen beteiligt sein.

Die häufigste Vaskulitis im Kindesalter ist die IgA-Vaskulitis (früher Purpura Schönlein-Henoch). Sie verläuft in den meisten Fällen selbstlimitierend und vergleichsweise mild. Daneben gibt es jedoch seltene, aber potenziell schwer verlaufende Gefäßentzündungen, die eine rasche Diagnostik und spezialisierte kinder- und jugendrheumatologische Behandlung erfordern.

Obwohl schwere systemische Vaskulitiden bei Kindern insgesamt selten sind, ist eine frühzeitige Abklärung entscheidend, um Organbeteiligungen rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Autoinflammatorische Erkrankungen sind seltene, meist genetisch bedingte Erkrankungen des angeborenen Immunsystems. Durch eine Fehlregulation kommt es zu wiederkehrenden Entzündungsreaktionen, die scheinbar „aus dem Nichts“ auftreten – ohne dass eine Infektion oder Autoimmunerkrankung vorliegt.

Typisch sind periodisch auftretende Fieberschübe, Hautausschläge, Gelenk- oder Bauchschmerzen sowie weitere systemische Beschwerden. Viele dieser Erkrankungen werden auch als periodische Fiebersyndrome bezeichnet.

Die betroffenen Kinder benötigen eine sorgfältige klinische Abklärung, häufig ergänzt durch spezialisierte Labordiagnostik und genetische Untersuchungen. Wird die Diagnose frühzeitig gestellt, lassen sich autoinflammatorische Erkrankungen heute mit modernen, gezielt wirkenden Medikamenten in den meisten Fällen gut kontrollieren und langfristig stabilisieren.

Rheumatische Erkrankungen mit Organbeteiligung sind entzündliche Erkrankungen, bei denen neben den Gelenken auch innere Organe wie Herz, Lunge oder Nieren betroffen sein können. Man spricht in diesem Zusammenhang häufig von systemischen rheumatischen Erkrankungen.

Auch im Kindes- und Jugendalter können solche Verlaufsformen auftreten. Je nach Ausprägung kann die Organbeteiligung den Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen und erfordert eine frühzeitige Diagnostik sowie eine engmaschige, spezialisierte Betreuung in der Kinder- und Jugendrheumatologie.

Eine rechtzeitige Therapie ist entscheidend, um Organschäden zu vermeiden und die langfristige Entwicklung sowie Lebensqualität der betroffenen Kinder zu sichern.

Augenentzündungen können im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen auftreten, aber auch unabhängig von einer Grunderkrankung entstehen. Eine frühzeitige Abklärung ist entscheidend, um mögliche Zusammenhänge mit rheumatischen Erkrankungen zu erkennen und Komplikationen zu vermeiden.

Wir arbeiten eng mit spezialisierten Augenärzten zusammen, um Entzündungen früh zu diagnostizieren. In enger Abstimmung entwickeln wir eine kindgerechte Therapie, die sowohl die Augenentzündung selbst als auch mögliche zugrunde liegende Erkrankungen berücksichtigt.

Häufig kommen Kinder und Jugendliche mit andauernden Schmerzen, für die keine eindeutige körperliche Ursache gefunden wird. In der Kinder- und Jugendrheumatologie können wir die Befunde sorgfältig beurteilen und, falls zutreffend, die Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms stellen.

Die Behandlung chronischer Schmerzerkrankungen erfordert häufig die Zusammenarbeit mit spezialisierten Schmerzzentren oder multidisziplinären Einrichtungen, um die Schmerzen gezielt zu lindern und die Lebensqualität der betroffenen Kinder zu verbessern.

Ablauf der Erstvorstellung

Bei der ersten Vorstellung nehmen wir uns Zeit für eine ausführliche Anamnese, eine gezielte körperliche Untersuchung sowie die Planung der notwendigen Diagnostik.

Dazu gehören – je nach Fragestellung – Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren und funktionelle Untersuchungen. Auf dieser Basis entwickeln wir gemeinsam mit den Familien ein individuelles Therapiekonzept.

Interdisziplinäre Versorgung

Die Behandlung rheumatischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. 

Orthopädische Fragestellungen bei Kindern mit rheumatischen Erkrankungen betreuen wir in Kooperation mit der kinderorthopädischen Abteilung des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Ambulante und stationäre Behandlung

Die Betreuung unserer Patientinnen und Patienten erfolgt sowohl ambulant als auch stationär. 

Im Rahmen der ambulanten Versorgung bieten wir spezialisierte Sprechstunden zur Erstdiagnostik, Verlaufskontrollen und Therapieanpassung an. 

Bei komplexen Krankheitsverläufen oder notwendigen intensiveren diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen ist eine stationäre Behandlung möglich.

Die Diagnostik und Therapie erfolgen leitliniengerecht und orientieren sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Übergang in die Erwachsenenrheumatologie

Jugendliche mit chronisch-rheumatischen Erkrankungen begleiten wir strukturiert beim Übergang in die Erwachsenenversorgung. In enger Zusammenarbeit mit der Erwachsenenrheumatologie unterstützen wir in unserem Rheumazentrum Patientinnen und Patienten dabei, schrittweise Verantwortung für ihre Erkrankung zu übernehmen und die Kontinuität der medizinischen Betreuung sicherzustellen.

Zur Rheumatologischen Ambulanz

Unser Team

Zwei Mitarbeitende in roter Kleidung stehen lächelnd Rücken an Rücken vor einem Fenster – links ein Mann, rechts eine Frau mit Brille

Die Versorgung erfolgt durch ein spezialisiertes Team aus kinder- und jugendrheumatologisch erfahrenen Ärztinnen und Ärzten sowie qualifizierten Therapeutinnen und Therapeuten. Gemeinsam setzen wir uns für eine bestmögliche medizinische und persönliche Betreuung unserer jungen Patientinnen und Patienten ein.

Arbeiten in der Kinder- und Jugendrheumatologie

Unsere Abteilung wächst und entwickelt sich – eine besondere Gelegenheit für Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten,
die Kinder- und Jugend rheumatologische Versorgung aktiv mitzugestalten. 

Hier können Sie neue Strukturen aufbauen, Abläufe prägen und Ihre Ideen direkt in die tägliche Versorgung einbringen –
gemeinsam im interdisziplinären Team für junge Patientinnen und Patienten.

 

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